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Besteht bei Drogenkonsum ein erhöhtes Risiko für Schizophrenie?



Bei manchen Kranken kann Drogenkonsum ein Versuch sein, Krankheitssymptome zu bewältigen. Im Verlauf der Erkrankung, aber auch schon zu deren Beginn, können Symptome wie Lustlosigkeit, Ängstlichkeit, Anspannung, Unruhe oder Konzentrationsstörungen auftreten. Manche Kranke versuchen diese unangenehmen Symptome mit Hilfe verschiedenster Drogen (z.B. Haschisch, Heroin) in den Griff zu bekommen. Obwohl die Drogen bei einigen Kranken vorübergehend die Symptome unterdrücken, helfen sie nicht die Krankheitssymptome längerfristig zu verringern oder gar zu bewältigen. Außerdem hat sich gezeigt, dass Schizophrenie-Kranke, die immer wieder Drogen konsumieren, eine viel schlechtere Prognose haben: Beispielsweise dauert es länger, bis die Symptome verschwinden, und das Risiko von Krankheitsrückfällen steigt deutlich an.

Es ist aber auch bekannt, dass Drogenkonsum bei einem Teil der für Schizophrenie anfälligen Menschen die Erkrankung vorzeitig auslösen kann. Viele Jugendliche konsumieren heute Cannabis. Die meisten von ihnen erkranken nie an einer Schizophrenie (was zeigt, dass auch andere Risikofaktoren eine wichtige Rolle spielen). Wenn aber jemand die Neigung dazu hat, an einer Schizophrenie zu erkranken, steigt das Risiko deutlich an, dass es zum Ausbruch der Erkrankung kommt. Für Menschen mit einer entsprechenden Vulnerabilität (siehe Graphik) stellt Drogenkonsum also ein erhebliches Gefahrenmoment für einen frühzeitigen Krankheitsbeginn dar. Je jünger man ist, wenn man Cannabis raucht, und je häufiger man raucht, umso größer ist das Risiko für das Auftreten einer Psychose.
 
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