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Erfahrungsbericht eines von der Krankheit Betroffenen 2 Drucken
Meine Erfahrungen mit Medikamenten

Seit 50 Jahren werden in der Psychiatrie Medikamente verwendet, wobei es sich hauptsächlich um 3 Gruppen handelt: Neuroleptika – Antidepressiva – Tranquilizer. Diese Medikamente waren in der Vergangenheit oft Anlass für Beschwerden seitens der Patienten, die Hauptkritikpunkte waren zu hohe Dosierung sowie zu starke Nebenwirkungen – was leider auch heute noch vorkommen kann. Aber es müsste nicht so sein.

Als ich vor 2 Jahrzehnten zum ersten Mal in die Psychiatrie kam, erhielt ich sofort bis zu 14 Tabletten pro Tag. Nach meiner Entlassung besprach ich das Problem mit dem Arzt und die Medikamenteneinstellung wurde optimiert. Generell kann man sagen, dass am Anfang der Behandlung der Arzt Vertrauensperson sein muss, damit man die medikamentöse Einstellung akzeptieren kann. Mit zunehmender Erfahrung und Vergleich mit anderen Patienten und deren Medikamentenverschreibung ist es dann möglich, eigene Vorschläge, Erfahrungen und Wünsche mit dem Arzt zu diskutieren.

Es gibt heute so viele Medikamente wie noch nie zuvor. Ich habe mit einigen gute Erfahrungen gemacht. Ich weiß aber auch, dass man sie sehr gezielt und individuell passend einsetzen muss. Auf die Nebenwirkungen ist zu achten. Es ist sehr wichtig, diese mit dem Arzt zu besprechen. Speziell dann, wenn die Nebenwirkungen die Ausübung des Berufs oder das Familienleben nachhaltig erschweren. Viele Psychiater sind am Befinden ihrer Patienten aufrichtig interessiert und sind bereit, die Medikamente ausführlich zu besprechen. Um die Zusammenarbeit mit ihnen optimal zu nutzen, muss man selbst auch Interesse an der medikamentösen Einstellung entwickeln und zeigen.
 
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