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Aktuelle Konzepte der Behandlung Drucken

Aktuelle Konzepte der Behandlung

Die Behandlung der Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis orientiert sich am Vulnerabilitäts-Stress-Modell. Dabei geht man davon aus, dass Schizophrenie aufgrund einer Verletzlichkeit (= Vulnerabilität) und einer dadurch bedingten Stressempfindlichkeit entsteht. Deshalb erfordert die Behandlung verschiedene therapeutische Ansätze.

Häufig sind wir mit der Idee konfrontiert, dass Therapie bzw. Behandlung nur möglich sind, wenn die Ursachen psychosozial sind, dass man aber nichts tun kann, wenn sie biologisch sind. Dies trifft keinesfalls zu. Sowohl die psychische Gesundheit als auch die Störungen der psychischen Gesundheit resultieren aus einer Mischung von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren. Deshalb ist es auch sinnvoll, bei der Behandlung alle drei Bereiche (biologische, psychologische, soziale) zu berücksichtigen, die einander ergänzen, sich aber nicht wechselseitig ersetzen können. Eine Therapie der schizophrenen Erkrankung soll dementsprechend sowohl eine medikamentöse Therapie (siehe Medikation) mit Hilfe von Psychopharmaka, aber auch eine psychotherapeutische (siehe Psychotherapie) sowie eine soziotherapeutische (siehe Soziotheraphie) Hilfestellung beinhalten. Letztlich ist es erforderlich, für und mit jedem Patienten eine individuell angepasste Therapie zu erarbeiten, um eine ideale Kombination aus psychopharmakologischen, psychotherapeutischen und soziotherapeutischen Angeboten zu finden. Dies erfordert einerseits die Beachtung der aktuellen Behandlungsempfehlungen, die auf den Ergebnissen zahlreicher Studien basieren, sowie die Beachtung der individuellen Bedürfnisse der Patienten und ihrer Umgebung.
Wie bei allen Erkrankungen, die eine Langzeittherapie erfordern, ist die aktive Mitarbeit der Betroffenen eine wichtige Voraussetzung für den Therapierfolg. Daraus wird auch die Notwendigkeit einer ausführlichen Information der Betroffenen ersichtlich und verständlich. Nicht nur die Informationen, die vom Therapeuten an den Betroffenen weitergegeben werden, sind von enormer Wichtigkeit, sondern auch die Erfahrungen und Informationen über Wirkung und Nebenwirkungen einer Therapie, die der Patient an den Therapeuten weitergibt, sind Voraussetzung für eine gelungene Therapie. Eine gute therapeutische Beziehung ist die Basis für jede Langzeittherapie, deshalb ist es auch wichtig, dass die Kontinuität in der therapeutischen Betreuung gewährleistet  wird.

Die körperliche Gesundheit von Menschen mit einer Schizophrenie ist ein weiterer wichtiger Aspekt in der Behandlung. Heute weiß man, dass Menschen mit Schizophrenie auch ein größeres Risiko haben, verschiedene körperliche Erkrankungen zu entwickeln. So besteht z.B. ein größeres Risiko an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) zu erkranken oder Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zu entwickeln. Die Ursachen dafür sind nicht bekannt, es gibt jedoch unterschiedliche Überlegungen. Einerseits wird diskutiert, dass die Schizophrenie an und für sich mit einem höheren Risiko verknüpft ist, auch bestimmte körperliche Erkrankungen zu entwickeln. Weiters kommt es bei einer schizophrenen Erkrankung häufig zu einer Veränderung des Lebensstils (wie z.B. weniger Bewegung, ungesunde Ernährung, erhöhter Nikotinkonsum) und somit zu einem größeren Risiko bestimmte Krankheiten zu entwickeln. Nebenwirkungen von
Antipsychotika müssen ebenso bedacht werden. Aufgrund dieser Erkenntnisse ist es wichtig, dass im Rahmen einer schizophrenen Erkrankung auch der körperlichen Gesundheit eine besondere Beachtung geschenkt wird.

 
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