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Verlauf und Prognose der Schizophrenie

Die Menschen, die an Schizophrenie erkranken, sind meist zwischen 18 und 35 Jahre alt.

Schizophrenien können äußerst unterschiedlich verlaufen.

 o Eine Episode der Erkrankung kann die einzige im Leben bleiben: einmal Schizophrenie und nie mehr wieder.
 o    Es kann sich aber auch ein episodischer Verlauf ergeben, das heißt man kann nach einer Erkrankungsepisode gesunden und nach Monaten, Jahren oder auch Jahrzehnten wieder eine Episode erleiden. Schizophrene Episoden können mehrmals im Leben auftreten.
 o Schizophrenien können chronisch verlaufen. Es kann passieren, dass auf eine akute Krankheitsepisode von Zeiten einer generellen Schwächung von Energie, Kreativität und Gefühlsleben (siehe Minus-Symptomatik) folgen, die lange dauern können, oder dass Wahrnehmungsstörungen, wie Halluzinationen und Wahn (siehe Positiv-Symptomatik), über lange Zeit andauern. Bestimmte Symptome einer Schizophrenie können einen lang – und manchmal sogar lebenslang – begleiten.

Es muss also festgehalten werden, dass die Diagnose Schizophrenie selbst keine Prognose beinhaltet. Aber was kann nun helfen, prognostische Einschätzungen abzugeben? Neben den allgemeinen Regeln des Lebens, wie dass Dinge, die schon lange andauern, auch üblicherweise nicht über Nacht wieder verschwinden, haben sich im Laufe der Zeit und der Forschung einige mehr oder minder verlässliche Prognose-Kriterien herausgestellt. Oft bringt bereits die erste Phase der Erkrankung schwere sozialen Schäden mit sich, die manchmal bereits lange vor der ersten Behandlung beginnen. Die Zeit vor Beginn der ersten Behandlung, das Ausmaß an vorbestehenden sozialen Nachteilen, die Ausprägung von Symptomen, Behinderungen und sozialen Folgen sind entscheidend für den späteren Verlauf. Bereits ganz zu Beginn der Erkrankung, wo man oft selbst noch nicht weiß, dass man krank ist, entwickeln sich häufig verschiedenste Probleme (z.B. Angst vor anderen Menschen, Schwierigkeiten bei der Konzentration), die wiederum andere Probleme nach sich ziehen (z.B. Verlust des Freundeskreises, Abbruch der Schule). Oft ist es schwierig, das später wieder aufzuholen. Im Weiteren kann dies zu Isolation und großen Nachteilen für eine soziale und berufliche Reintegration führen. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass Schizophrenie möglichst früh erkannt und behandelt wird.
Welche Faktoren beeinflussen den Verlauf und die Prognose:

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Je früher eine Schizophrenie behandelt wird, desto günstiger verläuft sie.
 o Die Rehabilitation sollte bereits mit der Akutbehandlung beginnen, wobei die Krankenhausaufnahme so kurz wie möglich sein sollte.
 o Die Behandlung sollte immer die Situation und Bedürfnisse des Einzelnen berücksichtigen und jene Therapiemethoden verwenden, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist.
 o Das Behandlungsteam soll Kontinuität über die verschiedenen Phasen der Erkrankung anbieten. Wenn nötig, sollte es auch möglich sein, den Kranken zu Hause aufzusuchen.
 o Die berufliche Reintegration soll Teil des Gesamtkonzeptes einer Frührehabilitation sein.
 o PatientInnen und ihre Familie und Freunde sollen aktive PartnerInnen in der Behandlung sein.
 
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