Symptome Drucken

Bei Schizophrenie findet man die folgenden Gruppen von Symptomen

Positivsymptome

„Positivsymptome“ werden auch als „Plussymptome“ oder „produktive Symptome“ bezeichnet. Die Bezeichnung kommt daher, dass zum bisherigen, gewohnten Erleben etwas hinzukommt.

Dazu gehören Trugwahrnehmungen (Halluzinationen), die durch Störungen der Sinneswahrnehmung zustande kommen. Das heißt, es kann vorkommen, dass man Geräusche oder Stimmen hört, die kein anderer hören kann, die aber sehr beunruhigend sein können, obwohl sie nicht „wirklich“ sind. Es kann auch passieren, dass man Bilder sieht, die andere nicht sehen. Trugwahrnehmungen kommen auch beim Riechen und Schmecken vor, und genauso kann man innerlich oder äußerlich etwas spüren, was es in Wirklichkeit nicht gibt, z.B. die Berührung einer Hand, obwohl niemand da ist. Trugwahrnehmungen sind oft unheimlich, besonders wenn man sie zum ersten Mal erlebt und man nicht weiß, worum es sich handelt. Darüber hinaus sind sie meist unangenehm. Es kommt nur selten vor, dass jemand eine Stimme hört, die sagt „Kopf hoch, du wirst es schaffen“. Häufiger sind Stimmen, die unangenehme Kommentare abgeben, einen beschimpfen oder sogar Stimmen, die versuchen, einem Befehle zu geben.

Eine andere Gruppe von „Positivsymptomen“ sind Wahnideen. Das sind Ideen und Gedanken, von denen man zu Zeiten der Erkrankung völlig überzeugt ist, obwohl man üblicherweise solche Überzeugungen nicht haben würde und obwohl andere Menschen diese nicht mit einem teilen und sie nicht verstehen können. Das kann beispielsweise so aussehen, dass man glaubt, dass man verfolgt oder überwacht wird, dass man eine ganz spezielle Mission zu erfüllen hat oder dass man das Gefühl hat, übernatürliche Fähigkeiten zu besitzen, oder dass man mit gefährlichen Machenschaften in Verbindung steht. Wahnhaftes Erleben kann einen so stark beeinträchtigen, dass es schwer fällt oder ganz unmöglich wird, Personen, denen man üblicherweise vertraut, noch zu glauben. Diese Tatsache trägt zusätzlich zu den Gefühlen der Angst und des Alleingelassensein bei, die einen oft plagen, solange man in einer solchen „Wahnwelt“ verfangen bleibt.


Negativsymptome

„Negativsymptome“ oder „Minussymptome“ werden so genannt, weil sie einen Mangel an Motivation, Antrieb, Interesse, Energie etc. bezeichnen und somit vom gewohnten Erleben etwas fehlt.

Negativsymptome sind anderen gegenüber schwer zu erklären. Sie halten einen davon ab, soziale Kontakte und Beziehungen zu anderen zu pflegen. Beispiele dafür sind, dass man nicht mit anderen Menschen reden oder zusammen sein will, keine Energie oder kein Interesse daran hat, etwas zu unternehmen, dass man sich nicht mehr darum kümmern kann, wie man aussieht oder wie der Haushalt läuft.


Kognitive Symptome

Unter kognitiven Symptomen versteht man Störungen beim Denken. Es kann schwierig werden, sich auf Dinge wie Lesen oder Fernsehen zu konzentrieren. Es mag auch sein, dass es einem nicht gelingt, neue Informationen gleich beim ersten Mal zu behalten – etwa eine Wegbeschreibung zu einem unbekannten Ort. Es kann einem schwer fallen, Ordnung in die eigenen Gedanken zu bringen. Andere Menschen verstehen einen schwer, und man selbst kann den anderen nicht folgen. Manchmal plagen einen zu viele Gedanken, manchmal hat man das Gefühl, gar keine Gedanken mehr zu haben. Unter diesen Umständen werden die Kommunikation mit anderen oder der Versuch Probleme zu lösen, oft erschwert.


Affektive Symptome

Als affektive Symptome bezeichnet man Störungen des Gefühls und des gefühlsmäßigen Reagierens. Dazu gehört, dass man sich sehr niedergeschlagen oder übermäßig übermütig fühlt, aber auch dass die Gefühlsäußerungen nicht zur momentanen Stimmung passen. Es kann auch vorkommen, dass man sehr wenig spürt und fühlt und darunter leidet.


Diagnose

Symptome aus den genannten Gruppen kommen in unterschiedlichen Kombinationen vor. In verschiedenen Erkrankungsepisoden oder Phasen können verschiedene Symptomkombinationen im Vordergrund stehen.

Für eine Diagnose einer Schizophrenie müssen die Symptome über einen gewissen Zeitraum vorhanden sein - nach dem Internationalen Diagnosesystem der WHO zumindest einen Monat lang. Medizinische Untersuchungen zum Ausschluss von anderen Krankheiten mit ähnlichen Symptomen sind unbedingt notwendig. Zuständig sind die Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie, die durch Gespräche sowie andere Untersuchungen und Befunde zur Diagnose gelangen.
 
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