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Wie gründe ich eine Selbsthilfegruppe? Drucken
Wie gründet man eine Selbsthilfegruppe?

Wenn Sie eine Selbsthilfegruppe gründen wollen oder nach einer Selbsthilfegruppe suchen, erhalten Sie Unterstützung bei SIGIS (Fonds Gesundes Österreich), SUS-Wien bei der Gemeinde Wien (www.sus-wien.at). In manchen Bundesländern unterstützen die Angehörigenorganisation HPE (www.hpe.at) und pro mente (www.promenteaustria.at) den Aufbau von Selbsthilfegruppen.

Die ersten Selbsthilfegruppen für Psychosepatienten entstanden Ende der 80-er Jahre. Bis zu einer Selbsthilfegruppe mit regelmäßigen Treffen in gleich bleibender Qualität dauerte es noch ein weiteres Jahrzehnt. So sind Selbsthilfegruppen im Bereich der psychischen Gesundung erst vor einigen Jahren erfolgreich geworden.

Es gibt 3 Hauptmodelle wie Selbsthilfegruppen entstehen:
 1. Die Gruppe entsteht während des stationären Aufenthalts oder kurz danach.
 2. Ein schon bestehender Freundeskreis intensiviert den Kontakt und so entsteht mehr durch Zufall eine Selbsthilfegruppe.
 3. Die Gruppe wird von einem Therapeuten oder Verein mit psychischer Aufgabenstellung gegründet – dies sind die angeleiteten Selbsthilfegruppen.

Eher selten geschah es in der Vergangenheit, dass eine Person eine Selbsthilfegruppe auf dem Reißbrett entwirft und dann aus Fördermitteln finanzielle Unterstützung dafür bekommt. Grundvoraussetzung für Gruppengründer ist, über einen längeren Zeitraum hinweg psychisch stabil zu sein, wobei ein gewisses Fachwissen nicht von Nachteil ist. Hat man das Glück, einen Therapeuten zu finden, der die Selbsthilfegruppe unterstützt (idealerweise durch Supervision), könnte sich eine förderliche Zusammenarbeit ergeben.

Neben den großen Vorteilen, die Selbsthilfegruppen darstellen, ist jedoch in den letzten Jahren offensichtlich geworden, dass auch gewissen Risken bestehen, z.B. Selbstmord eines Gruppenmitglieds, das Hinzukommen schwieriger Personen kurz nach ihrer Entlassung, eine generell zu hohe Erwartungshaltung.

Es gibt für Selbsthilfegruppen keine besonderen rechtlichen Grundvoraussetzungen. Der Großteil der heute bestehenden Gruppen ist als Verein organisiert, dadurch werden sie bei Förderanträgen bevorzugt.

Aus den Selbsthilfegruppen rekrutieren sich auch, dies hat sich in den letzten Jahren gezeigt, die Interessensvertreter. Eine wichtige Frage ist noch: Soll es eine Selbsthilfegruppe ausschließlich für an Schizophrenie leidende Betroffene sein oder ist eine Mischung mit anderen Diagnosen erwünscht? In der Praxis sind Gruppen mit mehreren unterschiedlichen Krankheitsbildern in der Regel schwieriger zu organisieren.

Sollten Sie den Entschluss gefasst haben, eine Selbsthilfegruppe zu gründen, und dies ist wünschenswert, so kann es für Sie ein wichtiger Lernprozess sein und eine Hilfestellung für andere.
 
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